Material

Hier finden Sie Informationen für Fachkräfte und an Jugendbeteiligung Interessierte: Texte zur Jugend­­beteiligung, Handlungs­empfehlungen, Projekt-Grundlagen, Dokumentationen … und einen Link zum digitalen Werkzeugkoffer für die Jugendlichen.

Handlungsempfehlungen für ein jugendgerechtes Freiburg

„Die Gemeinde (…) muss Jugendliche bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligen.“ Diese Forderung richtet die baden-württembergische Gemeindeordnung im Paragrafen 41a seit Ende 2015 an ihre Kommunen. Der Freiburger Gemeinderat beauftragte daher im Sommer 2016 die Stadtverwaltung, in Zusammenarbeit mit dem Jugendbüro geeignete Verfahren zur Umsetzung dieser Forderung zu entwickeln.

Das Team des Jugendbüros hat im Januar 2018 nach intensiver Zusammenarbeit vor allem mit der städtischen Bauverwaltung und nach ausführlicher bundesweiter Recherche zum Thema seine fachlichen Erkenntnisse aus dieser Modellphase vor dem gemeinderätlichen Kinder- und Jugendhilfe Ausschuss vorgetragen. Als Ergebnis unserer anschließenden Konzeptentwicklung legten wir im Dezember 2018 unter dem Titel „Jugendgerechtes Freiburg“ Handlungsempfehlungen vor, in die auch erste Erkenntnisse des Freiburger Jugendsurveys, an dem wir in einer Arbeitsgruppe beteiligt waren, mit eingeflossen sind.

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Werkzeuge für (digitale) Beteiligung

Hilfreiche Tools für Beteiligungsprojekte und für die eigene Projektarbeit von Jugendlichen. Die Seite „Werkzeuge“ im Beteiligungsportal freiburgxtra.

Werkzeuge

8er-Rat-Freiburg | Das Konzept

Eine jugendgerechte Beteiligungsform

Bei der Suche nach innovativen, zeitgemäßen und jugendgerechten Beteiligungsformen sind wir im Sommer 2014 auf die von den beiden Kommunalberatern Erik Flügge und Udo Wenzl veröffentlichte Idee des 8er-Rats aufmerksam geworden, die wir mit Jugendlichen während der 2. SchülerInnen-Tagung „.komm“ im November 2014 erstmals diskutiert haben. Dieses Projekt erschien uns in vielerlei Hinsicht sehr erfolgversprechend, so dass wir es seit dem Schuljahr 2015/16 mit drei Schulen als Partnern durchführen.

In einer dreijährigen Modellphase wurde das Projekt vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS), der Jugendstiftung Baden-Württemberg und dem Innovationsfonds der Bildungsregion Freiburg unterstützt. Seit 2018 wird das Projekt von der Stadt Freiburg über die Trägerschaft des Jugendbildungswerk Freiburg e.V. finanziert.

Die baden-württembergischen Bildungspläne sehen für die 8. Klassen aller Schularten Themen wie „Demokratie in der Gemeinde“, „Mitbestimmung und Mitwirkung im Gemeinwesen“, „Demokratische Möglichkeiten der Einflussnahme“ und „Soziales Engagement“ vor. In den 8. Klassen finden keine Schul-Abschlussprüfungen statt.

Direkte Beteiligung statt Delegation

Vor diesem Hintergrund bilden Schülerinnen und Schüler aus 8. Klassen einer Kommune für ein Jahr den 8er-Rat. Er bietet ihnen die Möglichkeit, eigene – kommunalpolitisch relevante – Beteiligungsprojekte zu entwickeln und diese in einem zeitlich überschaubaren Rahmen gemeinsam mit Partnern aus Politik und Verwaltung praktisch umzusetzen. Das Modell sieht aktive Beteiligung vor anstelle von Delegation: Mädchen und Jungen können ihre eigenen Interessen unmittelbar und vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Lebensumstände ausdrücken. Die Mitarbeit im 8er-Rat vermittelt damit allen Beteiligten positive Erfahrungen und sorgt zudem von Schuljahr zu Schuljahr für Kontinuität im schnellen Wechsel der Jugend-Generationen.

In einem dreijährigen Modell-Versuch haben wir mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Fachlehrerinnen je einer 8. Klasse der Hebelschule, der Wentzinger Realschule und des Kepler-Gymnasiums zusammengearbeitet. Gemeinsam mit externen Experten haben wir in diesem Zeitraum standardisierte Verfahren für die Kommunikation zwischen 8er-Rat und kommunaler Politik und Verwaltung entwickelt. In diesem Kommunikations-Prozess vertreten nicht nur die Jugendlichen ihre Ideen und Projekte; sie sind zugleich politische Ansprechpartner für Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung bei der Umsetzung von jugendrelevanten Planungsprozessen.

Im Gespräch mit lokaler Politik und Verwaltung

Der zeitliche Rahmen eines Schuljahres im 8er-Rat sieht vier Einheiten vor: die Qualifizierung der Schüler*innen und ihre Heranführung an das Projekt im Fachunterricht der jeweiligen Schule (Ideenbörse mit Themenvorschlägen) sowie hierauf folgende schulübergreifende Konferenzen. Auf diesen Konferenzen werden Themenvorschläge diskutiert, Schwerpunkte festgelegt und in schulübergreifenden AGs bearbeitet. Ergebnisse werden im Kontakt zu Gemeinderäten und entsprechenden Stellen der Verwaltung (etwa dem Stadtplanungsamt) in die kommunale Politik eingebracht. Die abschließende Konferenz beinhaltet anschauliche Präsentationen, ein ausführliches Feedback und dient dem Übergeben der Projekte an Patinnen und Paten aus der Politik und Verwaltung.

Der 8er-Rat Freiburg ist ein Projekt im Partizipationsmix des Jugendbüro Freiburg im Jugendbildungswerk.

Informationen zum 8er-Rat-Freiburg im Projektblog und auf der Projektseite des Jugendbüros

 

Wie funktioniert eigentlich Jugendbeteiligung?

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