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Ey - ich blick's garnimmer!

Am 8. Juni feierte im Großen Haus des Theater Freiburg „Der Rap des Nibelungen“ Premiere. Lea Mönninghoff, FSJ Kultur, hat sich die HipHop-Oper angeschaut. ...


(Fotograf: Maurice Korbel)

Dass „Der Rap des Nibelungen“ keine alltägliche Oper ist, merkt man schon auf den Treppen vor dem Freiburger Theater. Während man hier normalerweise auf Perlenketten und Manschettenknöpfe trifft, trägt der Großteil des Publikums heute Abend Baggypants und Sneaker. Schließlich soll es gleich zu einem Aufeinandertreffen von klassischer Musik und HipHop kommen.

Grundidee des Projekts ist es, gemeinsam mit Freiburger Jugendlichen Wagners „Nibelungenlied“ neu zu interpretieren. Die Youth Crew, rund 35 junge Tänzer, Rapper und Sänger, hat seit letztem Herbst gemeinsam mit Theaterpädagogen, Choreographen, dem Freiburger Jugendorchester, professionellen Operndarstellern und dem Regisseur Markus Kosuch das Projekt „HipHop meets Oper“ bearbeitet. Ergänzt wird die Besetzung durch die prominente Unterstützung der Rapper Prinz Pi und Chefkoch sowie des Deutsch-Punkrockers Joachim Deutschland. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit sind 2 1/2 Stunden voll gepackt mit HipHop, Tanz und klassischer Oper - eine wirklich interessante und gelungene Mischung!

Highlight des Abends sind immer wieder die jugendlichen Darsteller, die teils durch Breakdance-Soloperformances oder auch als Gruppe die Zuschauer beeindrucken. Während die Tanzchoreographien sehr deutlich die Emotionen der jeweiligen Szene zeigen, ist es aber gerade dem jungen Publikum fast unmöglich, der sehr komplexen Handlung des Ring-Epos' zu folgen. Nicht nur, dass die Handlung durch häufige Rück- und Vorblenden komplizierter wird, als sie ohnehin schon ist, auch die vielen gesungenen Opernteile sind für unerprobte Ohren schwer verständlich. Besonders deutlich wird das an der Reaktion meiner Sitznachbarn (Baggypants!), die den ersten Opernpart mit „Ey ich blicks garnimmer!“ kommentieren. So gerät das Jugendprojekt jenseits der Tanz- und Rap-Szenen leider zu einem Stück, dessen Inhalt Jugendliche kaum noch folgen können. Die Frage, wer die Zielgruppe für ein Jugendopernprojekt ist, sprich auf wen das Stück ausgerichtet sein muss, sollte vielleicht noch einmal gestellt werden.

Wettgemacht wird diese Enttäuschung aber von den hoch motivierten Jugendlichen, die vor allem bei der improvisierten Tanz-Zugabe noch einmal ihr Können beweisen. Auch bei der Premierenfeier im Anschluss an die Aufführung ist die Stimmung anders als sonst. Die teilnehmenden Jugendlichen tanzen HipHop, zeigen spontane Breakdance-Einlagen und sind sichtlich zufrieden mit ihrer Premiere. Und ist das nicht die Hauptsache?


Video mit "Prinz Pi" zum "Rap des Nibelungen", das im Vorfeld entstanden ist:

Flash ist Pflicht!

(Rap des Nibelungen by Keine Liebe Records auf Vimeo.com)




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